Vollbremsung

Inzwischen ist der 24. März 2020 – Europa hat eine Vollbremsung hingelegt, deren Konsequenzen heute noch völlig unabsehbar sind. Die deutschen Politiker entscheiden täglich “dynamisch”. Daher wenden wir uns einmal den positiven Seiten der Vollbremsung namens Corona zu: (Der Verfasser nachfolgender Zeilen ist unbekannt, kleine Zusätze seien erlaubt).

Es könnte also sein, dass in Italiens und spanischen Häfen die Schiffe für die nächste Zeit brach liegen, es kann aber auch sein, dass sich Fische und andere Meereslebewesen endlich ihren angestammten natürlichen Lebensraum zurückholen können; und Elbvertiefung keine Frage mehr sein wird, weil so gigantische Schiffsriesen gar nicht mehr gebaut und Hamburg demzufolge auch nicht anlaufen werden.

Es könnte sein, dass sich Menschen in ihren Häusern und Wohnungen eingesperrt fühlen, es kann aber auch sein dass sie endlich wieder miteinander singen, sich gegenseitig helfen und seit langem wieder ein Gemeinschaftsgefühl erleben. Es könnte sein, dass Mütter und Väter nicht nur auf ihre Mobilphone starren, wenn sie mit ihren Kindern spazierengehen, sondern sich in den Blicken ihrer Sprösslinge spiegeln und wiederfinden.

Es könnte sein, dass die Einschränkung des Flugverkehrs für viele eine Freiheitsberaubung bedeutet und berufliche Einschränkungen mit sich bringt, es kann aber auch sein, dass die Erde aufatmet, der Himmel an Farbenkraft gewinnt und Kinder nicht nur in China zum ersten Mal in ihrem Leben den blauen Himmel erblicken. Eine Woche – und auch über Deutschland ist der Himmel klar blau – und es ist sonnig. Zeit zum spazierengehen.

Es könnte sein, dass die Schließung von Kindergärten und Schulen für viele Eltern eine immense Herausforderung bedeutet, es kann aber auch sein, dass viele Kinder seit langem die Chance bekommen, wieder kreativ zu werden, selbstbestimmter zu handeln und langsamer zu werkeln. Es kann sein, dass sie glücklich sind, wenn sie wieder allein ihren Schulweg gehen können, um dort ihre eigene kleine Schulgemeinschaft wieder zu entdecken und Schulfreunde wieder Freunde sind.

Es könnte sein, dass unsere Wirtschaft einen ungeheuren Schaden erleidet, es kann aber auch sein, dass wir endlich erkennen, was wirklich in unserem Leben wichtig ist und dass ständiges Wachstum eine absurde Idee der Konsumgesellschaft ist. Es wurde Zeit zu spüren, wie wenig wir eigentlich tatsächlich brauchen. Es war eine Illusion zu glauben, Aktienbesitzer stützten ihre Häuser, aus denen sie Profit ziehen. Der Dax zeigt, dass die Ratten in Zeiten der Krise als erste die Stützbalken einstürzen lassen.

Es könnte sein, dass Dich die ‘Corona-Krise’ auf irgendeine Art und Weise überfordert, es kann aber auch sein, dass Du spürst, dass in dieser Krise die Chance für einen längst überfälligen Wandel liegt,

  • der die Erde aufatmen lässt,
  • unsere Kinder mit längst vergessenen Werten in Kontakt bringt
  • unsere Gesellschaft enorm entschleunigt
  • der die Geburtsstunde für eine neue Form des Miteinander sein kann
  • der die Müllberge zumindest einmal für die nächsten Wochen reduziert
  • und der uns zeigt, wie schnell die Erde bereit ist, ihre Regeneration einzuläuten, wenn wir Menschen Rücksicht auf sie nehmen und sie wieder atmen lassen.

Wir wurden wachgerüttelt, weil wir die Dringlichkeit selbst nicht erkannten. Denn es geht um die Zukunft, um unsere Zukunft, und es geht um die Zukunft unserer Kinder. Lassen wir sie nicht in den Abgrund blicken, weil wir nicht rechtzeitig gebremst haben. Und jetzt schaut sehr genau hin, was die “dynamische” tägliche Anpassung der Gesetze und Vorschriften von Seiten der Politiker für unsere Demokratie und die Zukunft von Generation Krisenmodus 2020 bedeuten wird.

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